Das Auto auf den Winter vorbereiten

Winterreifen im Herbst aufziehen
 
Auch wenn der Herbst noch einige Sonnentage zu bieten hat: Autofahrer sollten sich schon jetzt auf den Winter vorbereiten. Denn die Minusgrade kommen meist plötzlich. Und mit ihnen Frost, Schnee und Glatteis, die so manche Spritztour in eine Rutschpartie verwandeln. Davor können sich Autofahrer schützen, indem sie ihren Wagen rechtzeitig fit für den Winter machen.
Unbedingt ist auf das Alter der Reifen zu achten. Denn möglicherweise wird einem ein Pneu aus der Vorsaison angeboten. Doch Reifen, die unbenutzt gelagert werden, können verspröden und mit der Zeit feine Alterungsrisse aufweisen. Winterreifen gelten unter Experten schon nach zwei Jahren nicht mehr als Neureifen. Seriöse Händler bieten daher nur neue, im gleichen Jahr produzierte Winterreifen an. Die nicht verkauften Pneus aus dem vorigen Winter schicken sie an die Hersteller zurück.

Den Durchblick haben

Ein anderes Problem im Winter ist die schlechte Sicht. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Scheibenwischanlage am Auto einwandfrei funktioniert – selbst bei Minusgraden. Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig Frostschutzmittel ins Wischwasser zu geben und regelmäßig nachzufüllen. Und weil sich Autofahrer im Winter morgens häufig über zugefrorene Scheiben und Schlösser ärgern, sollten sie Eiskratzer und Türschloss- Enteiser zur Hand haben. Ebenso wie einen Handfeger, um dicke Schneeschichten vom Auto zu wischen. Gegen böse Überraschungen beim Anlassen des Wagens hilft ein Batterie-Check beim Fachmann. Wer auf Nummer sicher gehen möchte: Fast jede Werkstatt prüft umfassend, ob ein Wagen wintertauglich ist.
Nicht nur vor Wild sollten sich Autofahrer im Herbst in Acht nehmen. Auch heruntergefallenes Laub kann den Straßenverkehr gefährden. So verhalten Sie sich richtig: Laub verlängert den Bremsweg enorm. Sind die Blätter auch noch nass, bilden sie eine glitschige Schicht. Deshalb langsam und vorsichtig fahren – vor allem in Kurven. Autofahrer sollten beim Überqueren von Gleisen aufpassen – sie können ebenfalls glatt sein. Auch Züge und Straßenbahnen haben dann einen längeren Bremsweg. Bei Regen erhöhen auch Ackerschmutz und Fallobst die Rutschgefahr. Vor Einmündungen von Feldwegen also den Fuß vom Gas nehmen. Wer sich unsicher ist: Auf dem Verkehrsübungsplatz lässt sich das Fahren auf rutschigem Belag unter Aufsicht trainieren.
 
Umsicht zahlt sich aus
 
Sein Auto gut auf den Winter vorzubereiten, ist jedoch nur das eine. Ebenso wichtig: Der Fahrer sollte seinen Wagen umsichtig steuern. Wenn die Straßen glatt sind, heißt es den Fuß vom Gas nehmen und einen großen Sicherheitsabstand einhalten. Außerdem empfiehlt es sich, nicht stark zu beschleunigen oder plötzlich zu bremsen. Kommt es trotzdem zu einem Unfall, ist eine gute Versicherung wichtig.
 
Derzeit sind sie wieder vermehrt auszumachen auf Deutschlands Straßen: Blender, die bereits bei dunstigem Wetter und leichtem Nieselregen die grelle Nebelschlussleuchte einschalten. Das ist nicht nur lästig für alle anderen Verkehrsteilnehmer, sondern auch verboten.
Zwar ziehen im Herbst vermehrt Nebelschwaden übers Land. Doch die Nebelschlussleuchte darf erst unter besonders widrigen Verhältnissen benutzt werden. Die Rechtslage ist eindeutig: Nur bei Sichtweiten unter 50 Metern (entspricht auf Autobahnen dem Abstand zwischen den Leitpfosten) und ausschließlich bei Nebel darf die Schlussleuchte eingeschaltet werden. Dann darf aber auch höchstens 50 km/h schnell gefahren werden.
Bessern sich die Sichtverhältnisse, muss die Leuchte sofort wieder ausgeschaltet werden, weil sie den nachfolgenden Verkehr sonst blendet. Bei Schneefall oder Regen darf sie nicht benutzt werden.
Nebelscheinwerfer dagegen dürfen eingeschaltet werden, sobald Nebel, Regen oder Schneefall die Sicht erheblich behindern. In sternenklarer Nacht oder am sonnigen Tag ist die Benutzung der Zusatzscheinwerfer aber ebenfalls verboten. Noch ein „herbstlicher“ Tipp: Da die Nebelscheinwerfer in der Regel tief in der Frontschürze angebracht sind, verschmutzen sie besonders leicht. Daher sollten sie regelmäßig gereinigt werden.
 
Blindflug kostet

In der dunklen Jahreszeit leben besonders Fußgänger gefährlich. Sie werden häufig übersehen, da sich Autofahrer meist nur langsam an die schlechtere Sicht durch Dunkelheit, Regen und Nebel gewöhnen. Mit von innen und außen gesäuberten Frontscheiben, richtig eingestellten Scheinwerfern und guten Scheibenwischern können Kraftfahrer viel für eine bessere Sicht tun.
Zudem sind öfters die Schweinwerfergläser und Rücklichter zu reinigen. Von Schneematsch, Spritzwasser und Streusalz verschmutzte Gläser können nämlich die Reichweite der Scheinwerfer und Leuchtkraft der Rücklichter drastisch einschränken. Darüber hinaus riskiert man ein Verwarnungsgeld, wenn man nachts mit „blinden" Lichtern erwischt wird.
 
Fahren auf Sicht

Betagte Scheibenwischer können gerade bei Schmuddelwetter die Sicht erschweren. Sie sollten vor dem ersten Wintereinbruch durch Neue ersetzt werden. Um rechtzeitig etwas zu sehen und gesehen zu werden, ist bei Nebel oder Schneetreiben die Geschwindigkeit des Fahrzeugs der Sichtweite anzupassen.
Konkret heißt das: Besteht eine Sicht von nur 50 Metern, darf laut Gesetz höchstens Tempo 50 gefahren werden. Als Orientierungshilfe dienen dabei die seitlichen Leitpfosten. Sie stehen meist in einem Abstand von 50 Metern. Wichtig ist auch ein ausreichender Sicherheitsabstand. Bremst der Vorausfahrende plötzlich, ist noch genug Zeit zum Reagieren.

Hätte man nur…

Neben dem Eiskratzer gehört weiteres nützliches Winterzubehör ins Auto. Für klare Sicht im Innenraum sollte ein Anti-Beschlag-Tuch bereitliegen. Sinnvoll sind oftmals auch ein Starthilfekabel und ein Besen, um größere Schneemengen vom Autodach zu fegen. Um vereiste Türschlösser wieder gängig zu machen, empfiehlt sich Enteisungsspray oder -öl. Doch Vorsicht: Im Auto aufbewahrt, bringt letzteres wenig. Stattdessen sollte der Autofahrer das Mittel besser mit sich führen. Damit Schlösser erst gar nicht zufrieren, hilft es manchmal schon, die Schließöffnung mit einem Stück Klebeband zu versehen.
Grundsätzlich ist es ratsam, während der Winterzeit eine warme Jacke oder einen Mantel und festes Schuhwerk im Auto zu verstauen. Für längere Strecken sollte man außerdem einen Thermosbehälter mit warmen Getränken, Verpflegung (Schokolade, Kekse etc.), Wolldecken und einen gefüllten Reservekanister im Wagen haben. Denn bei Staus oder Unfällen kann es immer mal dazu kommen, dass man mehr Zeit im Auto verbringen muss als man eigentlich will. Auch eine Taschenlampe an Bord kann nützlich sein, beispielsweise bei einer Panne auf einer unbeleuchteten Strecke.

Wer unterwegs in die Berge ist - sei es zum Skifahren oder auf dem Weg über Pässe nach Süden - sollte in jedem Fall Schneeketten dabei haben. Oft genug kommt es vor, dass bestimmte Strecken nach plötzlichem Schneefall nur mit Ketten befahren werden dürfen. Wer erst vom entsprechenden Verkehrsschild an die Kettenpflicht erinnert wird, für den ist es zu spät. Umkehren ist dann angesagt, was nicht nur ärgerlich, sondern in den meisten Fällen auch äußerst zeitaufwendig ist.
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